ZfIR 2012, 623

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln1433-0172Zeitschrift für ImmobilienrechtZFIR2012AufsätzePaul Fischer*

Der Grundschuldgläubiger und seine Pflicht, die Rechtsprechung des BGH ständig zu überwachen (Teil 1)

Aufgezeigt an neueren Urteilen und Beschlüssen zu grundsätzlichen Fragestellungen (u.a. zum Rückgewähr- sowie gesetzlichen Löschungsanspruch)

Der nachfolgende Beitrag soll an Hand einiger „Baustellen“ aufzeigen, dass die Überwachungspflichten eines Bankmitarbeiters im Hinblick auf die Rechtsprechung des BGH zu Grundpfandrechten, vor allem mit Blick auf deren Realisierung oder ein parallel laufendes Insolvenzverfahren, inzwischen einen erheblichen Umfang eingenommen haben. Es ist u.a. vor dem Hintergrund der MaRisk und anderer aufsichtsrechtlicher Regelung unerlässlich, dass fundierte Kenntnisse vorhanden sind und fachkundige Mitarbeiter bzw. auch Zentralinstitute wie Verbände in der Lage sind, entsprechenden Zeitaufwand zu schultern und am „Ball der Zeit“ zu bleiben. Zunächst wird der aktuelle Sachstand zum Rückgewähr- und dem damit verbundenen gesetzlichen Löschungsanspruch nebst der Frage einer Anmeldung evtl. gar nicht mehr schuldrechtlich benötigter dinglicher Zinsen dargestellt. Daran schließen sich weitere „Tagesprobleme“ an.

Inhaltsübersicht

  • I. Der Grundschuld-Rückgewähranspruch und seine Insolvenzfestigkeit
    • 1. OLG-Rechtsprechung aktuell und anschließend BGH
    • 2. Der BGH (IX. und V. Zivilsenat) zur Abtretung des Rückgewähranspruchs
      • 2.1 Urteil vom 10.11.2011 – IX ZR 142/10
      • 2.2 Urteil vom 3.2.2012 – V ZR 133/11
  • II. „Ergänzend und überholend“: Der IX. und V. Zivilsenat des BGH zum gesetzlichen Löschungsanspruch nach § 1179a BGB
    • 1. Die Grundsatzentscheidungen des IX. Zivilsenats: Urteil vom 9.3.2006 – IX ZR 11/05 sowie bereits vom 22.7.2004 – IX ZR 131/03
    • 2. Das Urteil vom 27.4.2012 – V ZR 270/10
  • III. Konsequenzen: Was ergibt sich hieraus für die Kreditwirtschaft und den Insolvenzverwalter?
    • 1. Wann entsteht der Rückgewähranspruch?
    • 2. Maßnahmen (gleich- und) nachrangiger Gläubiger
    • 3. Valutierungsvereinbarungen und Co.
    • 4. Wann hilft also die Entwicklung zu § 1179a BGB – „Vereinigungslage“ als Voraussetzung
    • 5. Evtl. Widerspruch gegen den Teilungsplan nach § 115 ZVG
    • 6. „Formalien“ der Abtretung im Übrigen
    • 7. Schlussfeststellung und nochmaliger Appell an Nachranggläubiger
  • IV. Die Anmeldung von Grundschulden beim Amtsgericht – dingliche Zinsen
    • 1. Einführung
    • 2. Das Urteil des OLG München vom Mai 2010
    • 3. Der V. Zivilsenat des BGH in seinen aktuellen Entscheidungen – 3 Stufen
      • 3.1 Revisionsurteil zum OLG München – Teilungsversteigerung – bestehenbleibendes Recht und Anspruch auf Zinsen gegen Ersteher (ab Zuschlag) – kein Betreiben
      • 3.2 Anmeldung von Zinsen bis zum Zuschlag im Verfahren – kein Betreiben – aber Bestehenbleiben
      • 3.3 Eigenes Betreiben und Abtretung des Rückgewähranspruchs an Dritten
    • 4. Folgerungen für die Anmeldung sowie Geltendmachung gegenüber Erstehern
      • 4.1 Grundsätzliche Aussagen zur Beanspruchung
      • 4.2 Hohe Übererlöse zu erwarten – Kapitalverzicht
      • 4.3 Bestehenbleiben – Zinsproblematik – weiteres Argument zu Gunsten Nachranggläubiger – eigentlicher „Problemfall“
      • 4.4 Nochmals zu den Klauselwerken
  • V. Sonstige aktuelle Problemfelder und „Sonderheiten“
    • 1. Ehegatten und Rückgewähransprüche
      • 1.1 Der „Standardfall“
      • 1.2 Ein illustratives Beispiel vor dem BGH
      • 1.3 Aussagen des BGH – Rechte unter Ehegatten bzw. Miteigentümern
      • 1.4 Was tun bzw. wie können diese Fälle gelöst werden?
    • 2. Verkauf oder Schenkung des Grundstücks und Rückgewähr
      • 2.1 Grundsätzliche Empfehlung
      • 2.2 Dennoch: Die Praxis – Auslegungsfragen
    • 3. § 1365 BGB und der dingliche Zins
      • 3.1 Der gesetzliche Güterstand als „Bremser“ – Verfügungen über „Vermögen im Ganzen“
      • 3.2 Die Lösung bzw. Klärung von „Feinheiten“ durch den V. Zivilsenat
    • 4. Klausel-Umschreibung und § 727 ZPO
      • 4.1 Das Problem – Unsicherheit mehr als 1 Jahr nach dem XI. Zivilsenat
      • 4.2 Die Erleichterung – der VII. Zivilsenat klärt auf
    • 5. Sofortige Zwangsvollstreckungsunterwerfung bei GS-Bestellung nach wie vor zulässig
    • 6. Grundschuld-Unterwerfungserklärung und „isolierter“ persönlicher Titel
    • ZfIR 2012, 624
    • 7. „Am Rande“: Das RisikobegrenzungsG ab 19.8.2008
    • 8. Mietzinsabtretung und dennoch notwendige Zwangsverwaltung
      • 8.1 Das Problem – Sachverhalt des BGH
      • 8.2 Die Entscheidung – Insolvenzanfechtungsproblematik
      • 8.3 Folgerungen für die Praxis
    • 9. § 44a InsO – „Doppelbesicherung“ und Insolvenz
      • 9.1 Das Problem
      • 9.2 Grundsatzentscheidung des BGH vom Dezember 2011
      • 9.3 Folgerungen – praktische Auswirkungen und Verhalten gegenüber Verwaltern
    • 10. Lästigkeitsprämie eines Nachranggläubigers
      • 10.1 Das OLG Köln
      • 10.2 Das LG Regensburg
      • 10.3 Das OLG Schleswig
      • 10.4 Der BGH – „Auseinandersetzung“ mit einem Insolvenzverwalter
      • 10.5 Schlussfolgerungen für die Praxis
    • 11. „Versteigerungsverhinderung“ – Neue bzw. (wieder) aktuelle Schnittstellen
      • 11.1 Baukostenzuschüsse
      • 11.2 Einmal-Mietvorauszahlungen
    • 12. Die WEG – § 10 Abs. 1 Nr. 2 ZVG – Hausgelder in der Zwangsversteigerung
      • 12.1 5 % nur einmal im Verfahren
      • 12.2 „Problem“ – Zahlung durch Eigentümer
      • 12.3 Lösungsmöglichkeit
    • 13. Störenfried öffentliche Lasten – Verbrauchsgebühren in § 10 Abs. 1 Nr. 3 ZVG
    • 14. Terminsvertretung – Makler, Bankmitarbeiter und UG (Gesellschaften)
      • 14.1 Der Makler als Terminsvertreter
      • 14.2 Bankmitarbeiter – Vollmacht etc.
      • 14.3 Unternehmergesellschaft (d.h. Gesellschaften)
    • 15. Aus dem Kuriositätenkabinett – „Der Insolvenzverwalter beantragt“ die Versteigerung
      • 15.1 Sachverhalt
      • 15.2 Feststellungen des BGH
      • 15.3 Praktische Konsequenzen
    • 16. Zweiter Fall: Vollstreckung gegen den Insolvenzverwalter – Klauselproblematik
    • 17. Erwerb unter Ausnutzung der 5/10tel – Befriedigungsfiktion und „Zuzahlung“
      • 17.1 Der Sachverhalt
      • 17.2 Das Urteil und seine praktische Relevanz
      • 17.3 Anspruch des Insolvenzverwalters also gegeben?
      • 17.4 Konsequenzen – Handlungsmöglichkeit
    • 18. Zuzahlung „außerhalb des Versteigerungsverfahrens
      • 18.1 Das Problem – konkreter Sachverhalt
      • 18.2 Beschluss des BGH
      • 18.3 Praktische Folgen
    • 19. Vergleichbarkeit mit „Eigengeboten“ zwecks Wegfalls der 5/10tel Grenze
      • 19.1 Der Sachverhalt
      • 19.2 „Untersagung“ durch den BGH
      • 19.3 Was bedeutet dies in der Umsetzung?
    • 20. „Umwidmung“ eines wesentlichen Bestandteils in einen Scheinbestandteil
    • 21. Windkraftanlagen und Co.
  • VI. Fazit
*
Dr. iur., Syndikus beim Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart.

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