ZfIR 2019, 775

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG, Köln 1433-0172 Zeitschrift für Immobilienrecht ZfIR 2019 Rechtsprechung in LeitsätzenVertragsrechtHOAI § 7174. Anwendbarkeit der Mindestsatzregeln der HOAI auch nach EuGH-Entscheidung HOAI§ 7 OLG Hamm, Urt. v. 23.07.2019 – 21 U 24/18 (nicht rechtskräftig; LG Essen)OLG HammUrt.23.7.201921 U 24/18nicht rechtskräftigLG Essen

Leitsätze des Gerichts:

1. Die Entscheidung des EuGH im Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland, wonach diese durch Aufrechterhaltung der Bestimmungen zum zwingenden Preisrecht in der HOAI gegen ihre Verpflichtungen aus Art. 15 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. g und Abs. 3 der Richtlinie 2006/123 verstoßen habe (EuGH, Urt. v. 4. 7. 2019 – C-377/17, ZfIR 2019, 707 (m. Bespr. Zimmermann/Reichelt, S. 697) = BeckRS 2019, 13028), führt nicht zur Unanwendbarkeit der Mindestsatzregeln gem. § 7 HOAI, denn das Urteil des EuGH im Vertragsverletzungsverfahren bindet nur den Mitgliedstaat, der nach eigenem Ermessen die geeigneten Maßnahmen ergreifen muss, um den europarechtswidrigen Zustand zu beseitigen. Für den einzelnen Unionsbürger geht von dem Urteil keine Rechtswirkung aus. Die Feststellung der Europarechtswidrigkeit der Mindestsätze der HOAI im Vertragsverletzungsverfahren ändert nichts daran, dass zum Zeitpunkt des Verstoßes die HOAI zu beachten war, denn es gibt insofern keine Rückwirkung (Anschluss an OLG Naumburg NZBau 2017, 667, 669; KG IBR 2018, 690; entgegen OLG Celle, Urt. v. 17. 7. 2019 – 14 U 188/18, BeckRS 2019, 15002; LG Dresden, Beschl. v. 8. 2. 2018 – 6 O 1751/15, BeckRS 2018, 44863).
2. Der Grundsatz der unionsrechtskonformen Auslegung des nationalen Rechts unterliegt bestimmten Schranken. So findet die Verpflichtung des nationalen Richters, bei der Auslegung und Anwendung der einschlägigen Vorschriften des innerstaatlichen Rechts den Inhalt einer Richtlinie heranzuziehen, ihre Schranken in den allgemeinen Rechtsgrundsätzen und darf nicht als Grundlage für eine Auslegung contra legem des nationalen Rechts dienen (Anschluss an BGH ZIP 2015, 2226 = NJW 2016, 1718, 1721, dazu EWiR 2016, 111 (Rottnauer); EuGH IWRZ 2019, 76, 77; EuGH ZIP 2014, 287 = NZA 2014, 193, 195, dazu EWiR 2014, 93 (Forst)).

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